Adolf Loos, Café Capua, Stuhlgarnitur (6 Stück) – J. & J. Kohn, 1900–1910
Daten
Architekt: Adolf Loos
Hersteller: Jacob & Josef Kohn (J. & J. Kohn)
Herkunftsland: Österreich
Datierung: 1900–1910
Stil: Jugendstil
Material / Technik: Buchenholz, Leder
Maße (pro Stück):
- Höhe: 92 cm
- Breite: 61 cm
- Tiefe: 48 cm
- Sitzhöhe: 45 cm
Zustand: Restauriert. Die Holzoberflächen wurden traditionell mit Schellack poliert, die Sitze mit neuem Leder bezogen. Weist altersgemäße, leichte Gebrauchsspuren auf.
Literatur:
- Thonet-Katalog, Wien, 1911, Seite 85
- Ottillinger: Adolf Loos, Seite 131
Preis:
Preis auf Anfrage
Beschreibung
Ein seltenes, aus sechs Stücken bestehendes Café-Capua-Stuhlset, das von Adolf Loos entworfen und zwischen 1900 und 1910 von der Wiener Manufaktur Jacob & Josef Kohn gefertigt wurde. Das Modell ist eines der bekanntesten Werke der Wiener Möbelkunst der Jahrhundertwende und spiegelt Loos’ bahnbrechende Herangehensweise wider: Anstelle überflüssiger Ornamente stehen Funktion, Proportionen und hochwertige Verarbeitung im Vordergrund.
Die Konstruktion der Stühle aus gebogenem Buchenholz ist elegant und dennoch äußerst stabil. Die sanft geschwungenen Armlehnen, die schlanken Beine und die vertikale Lattenkonstruktion ergeben ein harmonisches Gesamtbild, das zugleich leicht und zeitlos wirkt. Die Oberflächen der Möbel wurden mit einer traditionellen Schellackpolitur aufgearbeitet, die die natürliche Maserung des Holzes schön zur Geltung bringt, während die neuen Sitzflächen aus Leder ein elegantes Erscheinungsbild und hohen Sitzkomfort gewährleisten.
Die für das Café Capua entworfenen Modelle gehören zu den begehrtesten Möbeln von Adolf Loos; Originalstücke tauchen heute nur noch selten auf dem Kunstmarkt auf, insbesondere nicht als komplette Garnitur. Das sechsteilige Ensemble ist nicht nur aus Sammlerperspektive von Bedeutung, sondern eignet sich auch als besonderes Einrichtungselement für repräsentative Speisesäle, Besprechungsräume oder anspruchsvolle Innenräume.
Das Modell ist auf Seite 85 des „Thonet-Katalogs“ (Wien, 1911) sowie auf Seite 131 von Ottillingers Monografie über Adolf Loos abgebildet, was die kunsthistorische Bedeutung dieses Modells weiter unterstreicht.














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